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Eva-Maria Frieder

Mindelheimer Zeitung, Dienstag, 26. Oktober 2004, Kultur im Unterallgäu

Weibliche Weltsicht
Cambra Maria Skade erzählte von Wurzelkraft und Ahninnen

Menni Bachauer, Inhaber der Galerie Webams, wurde gar nicht mehr fertig mit Stühle schleppen, so viele Frauen drängten in den Saal, um eine ungewöhnliche Künstlerin kennen zu lernen. Angesagt war Cambra Maria Skade, die aus ihrem neuen Buch "Verwurzelt fliegen" las und Geschichten über dessen Entstehung erzählte.
  Immerhin drei Männer hatten es gewagt, sich unter die Frauen zu mischen. Sie lernten sicher eine ganze Menge an diesem Abend über die weibliche Sicht auf die Welt - und nicht nur sie, denn sicherlich war auch für manche der anwesenden Frauen der Blick auf Skades eigenwilligen Kosmos neu und ungewohnt, dabei befruchtend und den Blick auf überraschende Horizonte freigebend.
Skade lässt sich in keine Schublade stecken, sie ist Malerin, Sammlerin, Performance-Künstlerin, Autorin in einem. Im vergangenen Jahr waren die Bilder ihres Zyklus "Verwurzelt fliegen" in Webams zu sehen. Auch ihre Ausstellung in der Jugendbildungsstätte Babenhausen weckte Interesse.

Mit dem Bild verschmelzen

Die BuchvorsteJlung begann sie mit einer Performance. Ein Beamer warf abstrakte farbige Bilder auf eine große Leinwand, vor der die ganz weiß gewandete und geschminkte Künstlerin zu Musik eine langsame, anmutige Choreographie vollführte. Die Zeichen, Formen und Farben auf der Leinwand waren ständig im Fluss, veränderten sich ununterbrochen. Die Künstlerin verschmolz praktisch mit dem Hintergrund und wurde so selbst zur Projektionsfläche ihrer eigenen Werke. Bei der Lesung dann wirkte Cambra Maria Skade weniger abgehoben-esoterisch, als der Einstieg vermuten lif:ß, zeigte Humor und eine sympathische, handfeste Verbindung zur Realität. Das über 200-seitige, großfo rmatige , mit ihren Bildern in hervorragender Qualität illustrierte Bu<:~ enthält zahlreiche Texte zu Themen wie Alterwerden, Verbindung zu alter Frauenweisheit, Suche nach den Quellen weiblicher Stärke oder Begegnung mit den eigenen dunklen Seiten. Frau kann sich darin an vielen Stellen selber wiederfinden.
Cambra Maria Skade wurde 1961 in Bayern geboren und lebt sowohl dort als auch in Kastilien als freischaffende Malerin und Dozentin. "Die Bereiche meiner Auseinandersetzung", sagt sie über sich, "sind weibliche Lebenskunst, die Verbindung von Kunstform und Lebensform. Dabei ist die Beschäftigung mit Prozessen und die Verwischung der festen Grenzen zwischen den Bi!dern und dem Prozess, aus dem sie entstehen, sehr wichtig. Kunst verstehe ich als magischen Akt. Meine Mittel sind Malerei, Wort, Ritual und Tanz." Im Umfeld der Lesung konnte übrigens auch eine interessante Ausstellung mit Bildern und Skulpturen von Robert La Verne Steward bewundert werden.

 

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